Ein Glaube – viele Begabungen – Vielgestaltige Ausdrucksformen

 

Pastoralkonzeption der Seelsorgeeinheit Walldorf-St. Leon-Rot                            

„Die gesellschaftliche Situation ist eine Herausforderung für die Kirche“ (Freiburger Pastorale Leit- linien „Den Aufbruch gestalten“, S. 3) und damit auch für die Seelsorgeeinheit Walldorf-St. Leon-Rot mit ihren drei Gemeinden. Mit der vorliegenden Pastoralkonzeption versuchen wir, uns dieser Situation zu stellen und unsere Antworten auf die Fragen der Zeit zu geben. Den Vorgaben der Pastoralen Leitlinien folgend, machen wir hierfür das Evangelium vom Reich Gottes zum Maßstab unseres Glaubens und Handelns. Wir möchten Menschen dabei unterstützen, ihre persönliche Be- rufung zu entdecken, zu vertiefen und zu reflektieren, sich in der Glaubens- und Lebensgemeinschaft der Christen beheimatet zu fühlen und Zeugnis von ihrem Glauben geben zu können.

Die Genesis der Pastoralkonzeption

Die Pastoralkonzeption unserer Seelsorgeeinheit wurde in mehreren Schritten erarbeitet:
  • Alle drei Pfarrgemeinderäte lernten zunächst die Pastoralen Leitlinien der Erzdiözese Freiburg „Den Aufbruch gestalten“ kennen, die Erzbischof Dr. Robert Zollitsch am 1. November 2005 in Kraft gesetzt hat, und setzten sich mit den dort erstellten Vorgaben für die Pastoral der Zukunft auseinander.
  • In örtlichen Pfarrgemeinderatssitzungen, zu denen auch VertreterInnen kirchlicher Gruppierungen eingeladen waren, wurde zum einen eine wertschätzende Bestandsaufnahme des Gemeindelebens und der bisherigen Arbeit erstellt. Zum anderen wurden anhand der Reich-Gottes-Gleichnisse maßgebende Werte und Überzeugungen für die Pastoral herausgearbeitet.
  • Das Seelsorgeteam beschäftigte sich in einem Klausurtag ebenfalls mit der Botschaft der Reich-Gottes-Gleichnisse und mit dem Kirchen- und Gemeindebild des II. Vatikanischen Konzils.
  • Mittels eines Fragebogens, dessen Verteilung repräsentativ quer durch alle Altersgruppen erfolgte, wurde erhoben, wie von den Gemeindemitgliedern die Beziehung zur örtlichen Pfarrgemeinde eingeschätzt wird, in welcher Intensität sie am Leben der Pfarrgemeinde teilnehmen, welche gesellschaftlichen und privaten Themen auf besonderes persönliches Interesse stoßen, in welchem Maße Angebote der Pfarrgemeinden zu den Bereichen Liturgie, Verkündigung, Caritas und Soziales, Ökumene und Kommunikation angenommen und bewertet werden und welche Erwartungen und Wünsche dazu oder zu Sonstigem bestehen. Einleitung
  • Die Ergebnisse stellten sich die drei Pfarrgemeinderatsgremien in Klausurtagen gegenseitig vor. Als interessant stellte sich heraus, dass sich die vermuteten Unterschiede in den einzelnen, pfarreiinternen Auswertungen nicht bestätigten und die Gemeinsamkeiten einen sehr hohen Anteil hatten.
  • In den einzelnen Pfarrgemeinden fanden sich unter Leitung je eines Mitglieds des Seelsorgeteams Projektgruppen zusammen, die sich in mehreren Sitzungen mit den Erkenntnissen der Gemeindeanalyse auseinandersetzten. Ihnen standen zusätzlich die Analysen der Milieu-Studien vom Sinus-Institut/Heidelberg zur Verfügung. Die Projektgruppen erarbeiteten jeweils einen Entwurf, der in den Pfarrgemeinderäten diskutiert und verabschiedet wurde.
  • Der Gemeinsame Ausschuss der Seelsorgeeinheit beschäftigte sich anschließend mit den Entwürfen, ergänzte sie durch eigene Überlegungen und Planungen - vor allem auf Ebene der Seelsorgeeinheit - und verabschiedete die Pastoralkonzeption am 30. September 2010.
Walldorf - St. Leon - Rot, den 1. November 2010