Glocken...
...sorgen für die richtige Stimmung
| Glocken sind den Menschen weit entrückt. Sie hängen hoch oben im Turm. Kaum jemand kommt zu ihnen hinauf. Man hört sie Tag für Tag, sehen kann man sie in der Regel nicht. Nur wenige wissen, dass es Glocken schon seit ungefähr 5000 Jahren gibt, also schon lange bevor das Christentum entstand. Ursprungsland ist vermutlich China. Die Glocke wurde schnell zum Symbol der Harmonie und man stellte sich vor, dass in den Klangraum der Glocke das Böse nicht eindringen kann. Ins Abendland kamen Glocken durch die Klöster, in denen sie zum Gebet und zur Versammlung riefen. Ab dem frühen 7. Jahrhundert nach Christus wurde auch außerhalb der Klostermauern geläutet. | |
![]() | Heute besitzt fast jede christliche Kirche eine oder mehrere Glocken. Immer sind sie mit ihren Klängen in der Lage, für "richtige Stimmung" bei vielen wesentlichen Anlässen des menschlichen Lebens zu sorgen, sie können sogar "unter die Haut gehen". Was wäre z.B. ein Weihnachtsfest ohne das Geläut der Glocken? Auch die Begrüßung eines neuen Jahres bekommt durch das Läuten einen feierlichen Charakter. Wenn eine Hochzeit gefeiert wird, läuten "Hochzeitsglocken" den Festtag ein und wenn jemand zu Grabe getragen wird, wird dieser letzte Gang durch die Glocke begleitet. |
In Walldorf gibt es insgesamt neun Glocken. Jeweils vier Glocken hängen in der evangelischen und katholischen Kirche, eine kleine Glocke bei der Friedhofskapelle. Die katholische Pfarrkirche besitzt seit 1919 ein vierstimmiges Geläute mit einem Gesamtgewicht von 3980 kg. Zuvor mussten die alten Glocken im 1. Weltkrieg abgegeben werden. Die große Glocke wiegt 1900 kg und trägt den Namen "Sanctus Petrus - Frieden". Sie läutet mit ihrer tiefen Stimme beim Tod eines Gemeindemitglieds. Die zweitschwerste Glocke wiegt 1080 kg. Auf ihr steht "St. Maria, bitte für uns". Mit ihrem warmen Ton läutet sie als "Angelus-Glocke" (Betglocke) jeden Tag um 7 Uhr, 12 Uhr und 18.30 Uhr und lädt zu Gebet und Besinnung ein. Sie schlägt übrigens den gleichen Ton e an wie die größte Glocke der evangelischen Kirche. Die dritte Glocke hat 700 kg. Ihr Name ist "St. Paulus". Zusammen mit der kleinsten Glocke (300 kg), die den Namen "Agnes" trägt, lädt sie zu den Werktagsgottesdiensten ein. Alle Glocken zusammen läuten im C-Dur-Akkord am Samstag Abend den Sonntag ein und rufen zum Sonntags- oder Feiertagsgottesdienst.
Werner Sauer
![]() Auf dem Bild von 1919 sieht man die vier Glocken der katholischen Kirche zusammen mit dem damaligen Pfarrer, Dekan Barth und dem Stiftungsrat. |


